Schallschutz

SIA 181:2020 im Badezimmer: Schallschutz beginnt schon bei der Planung

Fliessendes Wasser, der Betrieb eines Whirl-Systems oder ein herunterfallendes Duschgel – im Badezimmer entstehen Funktions- und Benutzergeräusche, die über die Raumluft und die Gebäudestruktur in angrenzende Räume übertragen werden können. Die Norm SIA 181:2020 legt fest, welcher Schallschutz in Gebäuden erforderlich ist. Für Sanitärinstallateure bedeutet das: Um die Anforderungen an den Schallschutz zu erfüllen, müssen Produktwahl, Montagesystem und fachgerechte Ausführung optimal aufeinander abgestimmt sein.

Schallschutz ist mehr als eine Norm#

Im Badezimmer entstehen unterschiedliche Geräusche, die sich über Luft und Bauteile in benachbarte Räume ausbreiten können. Während Luftschall direkt über die Raumluft weitergeleitet wird, entsteht Körperschall durch Schwingungen, die über Wände, Böden und Befestigungen übertragen werden. Vor allem starre Verbindungen zum Baukörper können die Geräuschübertragung verstärken. Deshalb beginnt wirksamer Schallschutz bereits bei der Planung und Montage.

Welche Anforderungen Planung und Ausführung dabei in der Schweiz erfüllen müssen, definiert die Norm SIA 181 «Schallschutz im Hochbau».

SIA 181 kurz erklärt#

Die Schweizer Norm SIA 181:2020 regelt den Schallschutz im Hochbau. Sie definiert, wie stark Geräusche zwischen verschiedenen Nutzungseinheiten übertragen werden dürfen – auch Geräusche von Sanitäranlagen.

Die Norm unterscheidet drei Anforderungsstufen:

  • Mindestanforderungen
    Sie verhindern erhebliche Lärmstörungen und gelten für sämtliche Neu- und Umbauten, darunter auch Mietwohnungen und Umbauten von Stockwerkeigentum.
  • Erhöhte Anforderungen
    Diese sorgen für einen höheren Wohnkomfort und gelten unter anderem für neu gebautes Stockwerkeigentum sowie Doppel- und Reiheneinfamilienhäuser. Hier sind eine sorgfältige Planung und geprüfte Einbaulösungen besonders wichtig.
  • Spezielle Anforderungen
    Diese kommen bei besonderen Schallschutzansprüchen oder speziellen Nutzungen zum Einsatz.

Entscheidend ist immer die fertige Einbausituation: Produkt, Montagesystem und fachgerechte Montage müssen schalltechnisch aufeinander abgestimmt sein.

Welche Geräusche beurteilt die SIA 181?#

Im Badezimmer entstehen sowohl Funktions- als auch Benutzungsgeräusche. Funktionsgeräusche werden durch den Betrieb sanitärtechnischer Anlagen verursacht, beispielsweise durch fliessendes Wasser, eine WC-Spülung oder die Pumpen und Düsen eines Whirlsystems. Benutzungsgeräusche entstehen hingegen bei der Nutzung – etwa beim Abstellen von Gegenständen oder wenn eine Duschgelflasche in die Wanne fällt.

Für die schalltechnische Beurteilung werden diese Geräusche zusätzlich danach unterschieden, wie lange und wie häufig sie auftreten: in Einzel- und Dauergeräusche.

Einzelgeräusche treten nur kurzzeitig auf, beispielsweise beim Befüllen oder Entleeren einer Badewanne, beim Duschen oder beim Spülen eines WCs.

Dauergeräusche wirken hingegen über einen längeren Zeitraum oder treten regelmässig auf. Im Sanitärbereich betrifft dies insbesondere der Betrieb eines Whirlsystems, deren Pumpen und Düsen kontinuierliche Geräusche und Schwingungen erzeugen. Deshalb gelten für Whirlsysteme erhöhte Anforderungen an Planung und Montage.

Die Montage macht den Unterschied#

Eine schallgerechte Installation beginnt bereits bei der Montage. Direkte Verbindungen zwischen Sanitärprodukt und Baukörper können Körperschall übertragen und sollten deshalb vermieden werden.

Typische Körperschallbrücken entstehen beispielsweise durch:

  • starre Verbindungen zur Gebäudestruktur wie bei der Verwendung von Nivo Dübeln
  • Untermauerungen
  • Auffüllen mit Sand oder Zement
  • direkten Kontakt von Mörtel mit der emaillierten Oberfläche

Besonders wichtig sind deshalb:

  • Entkoppelte Montage: Dauerelastische Dämpfung reduziert die Übertragung von Schwingungen und verhindert Körperschallbrücken.
  • Geeignete Montagesysteme: Schallgeprüfte Einbausysteme unterstützen dabei, die geforderten Werte zuverlässig einzuhalten.
  • Sorgfältige Detailausführung: Auch Anschlüsse und Befestigungen müssen fachgerecht ausgeführt werden, da bereits kleine Schwachstellen die Schallübertragung beeinflussen können.

Erhöhte Anforderungen bei Whirlwannen#

Whirlwannen bieten zusätzlichen Komfort, erzeugen durch Gebläse und Pumpen, Luft- und Wasserdüsen jedoch auch zusätzliche Schwingungen und Betriebsgeräusche. Mit einem geprüften Gesamtsystem aus Whirlwanne und Montagesystem lassen sich die schalltechnischen Anforderungen zuverlässig erfüllen. Besonders bei Mehrfamilienhäusern, Hotels oder Gebäuden mit erhöhten Schallschutzanforderungen ist eine frühzeitige Planung entscheidend.

Für Bauprojekte mit erhöhten Schallschutzanforderungen – beispielsweise neu erstelltes Stockwerkeigentum sowie Doppel- und Reiheneinfamilienhäuser – eignen sich die Schmidlin Whirlsysteme Hydro Silk, Aqua Silent und Silent.

Schallschutz richtig planen – bevor die Montage beginnt#

Folgende Punkte helfen, spätere Probleme zu vermeiden:

1. Welche Schallschutzanforderungen gelten für das Bauprojekt?

Je nach Gebäudeart und Nutzung gelten unterschiedliche Vorgaben.

2. Ist das passende Montagesystem vorgesehen?

Produkt, Trägerelement und Einbausituation sollten schalltechnisch aufeinander abgestimmt sein.

3. Sind alle Kontaktstellen zum Baukörper schalltechnisch entkoppelt?

Auch Rohrleitungen, Armaturen, Anschlüsse und Befestigungen können Schall übertragen.

4. Wird die Montage fachgerecht ausgeführt?

Auch schallgeprüfte Systeme funktionieren nur bei korrekter Installation gemäss Herstellervorgaben.

Im Baulabor unter realen Bedingungen geprüft#

Damit Produkte und Montagesysteme den Anforderungen der Praxis entsprechen, werden sie im Schmidlin Baulabor umfassend geprüft. Die zertifizierten Einbau- und Messräume nach DIN 52 210 ermöglichen umfangreiche Schallprüfungen und unterstützen die Entwicklung neuer Lösungen.

Auch externe Unternehmen können das Baulabor für Prüfungen und Messungen nutzen. In den Fachseminaren für Sanitärinstallateure, Architekten und Planer zeigen unsere Fachspezialisten zudem, wie sich verschiedene Einbauvarianten auf den Schallschutz auswirken und wie die Anforderungen der SIA 181 in der Praxis fachgerecht umgesetzt werden.

Fazit

Schallschutz, der überzeugt

Die Einhaltung der SIA 181 hängt nicht nur vom eingesetzten Produkt ab, sondern von der gesamten Ausführung. Mit geeigneten Produkten, geprüften Montagesystemen und einer fachgerechten Installation schaffen Sie die Grundlage für einen dauerhaft wirksamen Schallschutz – und damit für mehr Komfort im Alltag.